Kardiologische Praxen in Solingen
Dr. med. Fokko de Haan
Dr. med. Ingrid Mitfessel
Dr. med. Stefan Redlin
Bergstraße 24
42651 Solingen
Telefon: 0212-209199
Fax: 0212-18667
Dr. med. Ralf-Michael Tacken
Dr. med. Tobias Hoffmeister
Dr. med. Ulrich Horstmeier
Forststraße 15
42697 Solingen
Telefon: 0212-267190
Fax: 0212-2671999

www.kardiologen-solingen.de/patienteninfo/risikofaktoren/cholesterin

Cholesterin

Was ist Cholesterin und wozu wird es gebraucht?

Cholesterin ist ein lebenswichtiges Blutfett, das im Blutstrom und in allen Körperzellen gefunden wird. Es ist Baustein von Zellwänden, Nervenzellen, Grundsubstanz einiger Hormone und erfüllt viele andere wichtige Aufgaben.
Cholesterin wird zum überwiegenden Teil im Körper - besonders in der Leber - gebildet, ca. 1000 mg am Tag. Weitere 100 bis 500 mg kommen direkt aus der Nahrung.
Cholesterin ist Teil eines gesunden Körpers. Ein dauerhaft erhöhter Cholesterinspiegel im Blut führt jedoch zur Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
Cholesterin kann im Blut nur aufgenommen und transportiert werden, wenn es an bestimmte Träger (sog. "Lipoproteine" = Fetteiweißkörper) angebunden wird. Die wichtigsten die Sie kennen sollten, sind die Lipoproteine niedriger Dichte (Low-Density-Lipoprotein oder LDL) und die Trägerproteine hoher Dichte (High-Densitiy-Lipoprotein oder HDL).
Findet sich zu viel LDL-Cholesterin im Blut wird es von bestimmten Blutzellen (Makrophagen) aufgenommen, die sich dann umwandeln (Schaumzellen) und die Arterienwände schädigen. Hieraus resultieren eine Verengung und Verkalkung der Schlagadern bis hin zum Verschluss. Daher wird LDL-Cholesterin auch als "böses" Cholesterin bezeichnet.
Das HDL-Cholesterin nimmt abgelagerte LDL-Cholesterinpartikel auf und transportiert sie zur Leber, hier erfolgt der Abbau zu Gallensäure. Da das HDL-Cholesterin den Körper von zu viel "bösen" Cholesterin befreit, wird das HDL-Cholesterin auch als "gutes" Cholesterin bezeichnet.

Wie entstehen erhöhte Blutfettwerte?

Erhöhte Blutfettspiegel entstehen in der Regel durch zu fette, zu kalorienreiche und zu cholesterinreiche Ernährung. Eine solche Fehlernährung führt langfristig zu Übergewicht. In seltenen Fällen (Häufigkeit etwa 1:500) liegen vererbte Fettstoffwechselstörungen vor.

Wie wird ein erhöhter Cholesterin- und Blutfettgehalt festgestellt?

Erhöhte Cholesterinwerte machen keinerlei Beschwerden. Darum ist es wichtig, ihn messen zu lassen. Über die Blutfettwerte Bescheid zu wissen kann helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um einen Herzanfall oder einen Schlaganfall zu verhindern.
Die Krankenkassen bieten jedem über 35 alle 2 Jahre eine kostenlose Prüfung an - nutzen Sie dieses Angebot!
Mit einem Bluttest kann das Lipoproteinprofil bestimmt werden. Der Test wird nach einer Nüchternphase von 9 bis 12 Stunden durchgeführt, er beinhaltet die Bestimmung des Gesamtcholesterins, des bösen (LDL) Cholesterin und des guten (HDL) Cholesterins. Weiterhin werden die Triglyceride (eine andere Art von Blutfetten) bestimmt.

Was bedeuten die gemessenen Werte?

Gesamtcholesterin Kategorie
< 200 mg/dl Günstig
200-239 mg/dl Grenzwertig
> 240 mg/dl Erhöhtes Cholesterin

Das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden ist bei einem Gesamtcholesterinwert von 240 mg/dl doppelt so hoch wie bei normalen Werten, bei Cholesterinwerten von 280 mg/dl sogar 3-fach höher.

LDL-Cholesterin Kategorie
< 100 mg/dl Optimal
100-129 mg/dl Beinahe optimal
130-159 mg/dl Grenzwertig hoch
160-189 mg/dl Hoch
>190 mg/dl Sehr hoch

Ein LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl wird als optimal angesehen, aber nicht jeder muss einen so niedrigen Wert erreichen. Wenn das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall gering ist, kann das LDL-Cholesterin auch etwas höher sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Höhe Ihr LDL-Cholesterin haben darf.

Folgende Risikofaktoren spielen eine weitere Rolle:
1. Rauchen
2. Erhöhter Blutdruck
3. niedriges HDL-Cholesterin < 40 mg/dl
4. Diabetes mellitus
5. Vorzeitige Herzerkrankung in der Familie (Männer < 55 Jahren, Frauen < 65 Jahren)
6. Alter (Männer > 45 Jahre, Frauen > 55 Jahren bzw. Frauen mit vorzeitigen Wechseljahren)

Der Zielwert für das LDL ist < 100 mg/dl, wenn eine Herzkranzgefäß- oder andere Gefäßerkrankung vorliegt oder ein Diabetes mellitus besteht.

Wenn zwei der o.g. Risikofaktoren vorliegen, jedoch bisher keine Herz- oder Gefäßerkrankung, sollten die LDL-Cholesterinwerte <130 mg/dl sein.

Wenn keinerlei Herz- oder Gefäßerkrankung, kein Diabetes und nicht mehr als einer der o.g. Risikofaktoren vorliegt, sollten die LDL-Werte <160 mg/dl sein.

HDL-Cholesterin Kategorie
< 40 mg/dl Erniedrigtes HDL-Cholesterin
40-59 mg/dl Normales HDL-Cholesterin
> 60 mg/dl Hohes HDL-Cholesterin

Je höher das HDL-Cholesterin, umso besser.

Triglyceride:

Die Triglyceride stellen die häufigste Art von Blutfetten im Körper dar und sind eine wichtige Energiequelle. Sie kommen vorwiegend aus der Nahrung, werden jedoch auch im Körper synthetisiert. Hohe Nüchtern-Triglyceride in Verbindung mit niedrigem HDL oder hohem LDL-Cholesterin scheinen den Prozess der Arteriosklerose zu beschleunigen.

Triglyceride Kategorie
< 150 mg/dl Normal
150-199 mg/dl Grenzwertig hoch
200-499 mg/dl Hoch
>500 mg/dl Sehr hoch


Viele Menschen mit hohen Triglyceridwerten haben zugrunde liegende Erkrankungen oder einen erblich gestörten Stoffwechsel. Häufig finden sich erhöhte Triglyceridwerte bei Diabetikern oder Übergewicht.


Wie können erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte behandelt werden?

1. Nehmen Sie ab, wenn Sie übergewichtig sind. Durch Gewichtsreduktion alleine können Triglyceride und Cholesterinwerte gesenkt und das gute HDL-Cholesterin erhöht werden.
2. Vermeiden Sie zu viel Fettzufuhr mit der Nahrung.

Eine Ernährung, die reich ist an gesättigten Fetten, Transfetten und Cholesterin erhöht Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin. Gesättigte Fette finden sich meistens in tierischen Lebensmitteln und einigen tropischen Pflanzen (z.B. Fleisch, Vollmilch, Molkereiprodukte, Kokosnussöl, Palmöl oder andere tropische Öle).

Transfette entstehen durch chemischen Zusatz von Wasserstoff zu Pflanzenölen. Transfette werden insbesondere in der kommerziellen Herstellung von Back- und Kochwaren in vielen Restaurants und Schnellrestaurants benutzt. Kommerziell hergestellte frittierte Lebensmittel, Plätzchen und Chips sind eine Hauptquelle von Transfetten in der Ernährung.

Cholesterin findet sich besonders in tierischen Lebensmitteln, Fleisch, Molkereiprodukten, Innereien, Muscheln und Krustentieren.

Pflanzliche Lebensmittel, Obst, Gemüse, Getreide, Nüsse und Samen enthalten in der Regel kein Cholesterin.

Es wird empfohlen, pro Tag nicht mehr als 300 mg Cholesterin im Durchschnitt mit der Nahrung aufzunehmen.

Ungesättigte Fettsäuren können helfen, den erhöhten LDL-Cholesterinspiegel zu senken. Allgemein sind pflanzliche Öle hoch an ungesättigten Fetten.

Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, können ebenfalls vorteilhaft sein, sie können das Risiko einer Herzkranzgefäßerkrankung verringern. Es findet sich in Fischen wie Makrele, Hering, Sardinen, Lachs, Thunfisch, Sojaöl und Nüssen.

3. Bewegen Sie sich regelmäßig, um fit zu bleiben und die zugeführten Kalorien zu verbrennen. Gehen Sie zumindest 30 Minuten pro Tag spazieren oder üben eine andere körperliche Tätigkeit aus. Trinken Sie Alkohol nur in Maßen.

Falls auch durch eine gesundheitsbewusste Ernährung und Lebensführung die Blutfettwerte zu hoch sind, kann Ihr Arzt Medikamente empfehlen. Es gibt heute eine Reihe von Medikamenten, die erhöhte Blutfettwerte effektiv senken können. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen.

Weiterführende und genauere Informationen finden Sie in unserer Literaturliste und den Internet-Tipps.